Brandlehm-Bjarne

Bjarne hat es sich unter dem Schirm gemütlich gemacht. Stas kommt und legt ihm zwei große Tüten hin: „You’ve got Mail“. Darin jede Menge Brandlehmbrocken. Die Klumpen stammen aus den Schnitten, in denen das Haus freigelegt wird. Entstanden sind sie beim Brand der Siedlung, nur deshalb ist aus dem Lehmboden und den Lehmwänden überhaupt haltbares Material geworden, das die Jahrtausende überdauern konnte.

Bjarnes Aufgabe besteht nun darin, jedes einzelne Stück zu kategorisieren: Ist das Material kompakt, also ohne Magerung, ohne Zusatz von organischem Material? Oder ist es eher hubbelig, bröckelig, war also zum Beispiel mit Stroh gemagert? Haben die Brocken eine glatte Fläche, oder gleich mehrere, am besten noch mit Abdrücken von Holzfasern oder Rundhölzern? Dann können sie wertvolle Hinweise über die Architektur des Hauses geben, über die Art der Inneneinrichtung (Archäologen nennen das „Installationen“). Bjarne schimpft über die Waage, die Robert ihm gegeben hat und schnappt sich wieder die Kofferwaage von gestern. „160 Gramm, das kommt hin“ sagt er und macht sich daran, Stas’ Tüten durchzuarbeiten. Nur noch ein paar Kilo übrig.

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