Mittwoch, 16. August, 14:01 Gymnasul Stolniceni

Es riecht nach Farbe und nach Kohl. Zunächst dachte ich, dass der Kohlgeruch von dem капуста-Brötchen, welches ich vorhin beim „Magazin Mixed“ gegessen habe, mich noch umgibt. Die Verkäuferin aus dem Laden kennt mich inzwischen schon, genau wie die Besitzer des Ladens.

Der Farbgeruch rührt von den Frauen, die seit ein paar Tagen dabei sind, das Schulgebäude für den nahenden Schuljahresbeginn fit zu machen. Kaum ein Möbel, das nicht eine dicke neue Lackschicht verpasst bekommt. Lehnen und Tische des Klassenzimmers, in dem wir uns für die Abende ein Büro eingerichtet haben, glänzen noch ganz frisch in einem kreidigen Mintgrün, Treppen und Fußleisten (da wo keine Fußleisten sind, wurde einfach trotzdem auf Boden und Wand je 10 Zentimeter breit angelackt) leuchten in der Sonne hellbraun. Die Schulhofbänke präsentieren sich in einem frischen mittelgrauen Look.

Es ist schön, dass sie die ohnehin schon schöne Schule für das neue Jahr und die neuen Schüler schick machen. Wir sind begeistert von dem Gebäude und dem Hof und finden, dass wir sehr gerne heir zur Schule gegangen wären.

Es ist ganz still. Wenn man hier um 15:00 vom weiten, offenen Feld ankommt, empfängt einen der Hof mit dem Schatten der ruhigen Fichten und der Geborgenheit der umstehenden Gebäude. In der Aula, in der wir essen ist es dazu noch recht dunkel. Zeit, sich zu entspannen.

Von dort strömt auch der Kohlgeruch in das Klassenzimmer, mischt sich unterwegs mit den Lackdämpfen. Ich merke, dass ich hungrig bin und freue mich auf den Kohl.

Die erste Woche war eher von unterschiedlichen Kasha-Formen geprägt, zum Beispiel Gretshka, Buchweizenbrei. Dazu dann im Wechsel dampfgegartes Hühnchen oder „Sardelka“, weiche Kochwurst. Bis die Köchin verstanden oder vielmehr eingesehen hatte, dass die zwei Vegetarier wirklich kein Fleisch essen wollen, durften sich Jon und Sasha, also unser Hund und unsere Katze darüber freuen. Zum Essen gibt es Kirsch- oder Birnenkompott oder Milch mit Zucker, manchmal auch Kakao. An heißen Tagen gibt es Abends auch Tomatensalat. David macht sich daraus „Pa amb tomagàt“, katalanisches Tomatenbrot. Er reibt die Tomaten auf dem Brot, bis es vom Saft durchtränkt ist. Dazu je nach Verfügbarkeit Öl, Salz, natürlich Knoblauch und vielleicht sogar irgendwann Unabhängigkeit.

Die großen Milchbrötchen, laut Stas „Bambushka“ genannt, sind uns nach dem Essen meist zu mächtig, also nehmen wir sie mit. Am besten schmecken sie am nächsten Vormittag auf dem Feld, mit Kaffee und mit Honig.

Inzwischen gab es auch schon Pelmeni (Grüße an Konstantin) und gefüllte Paprika, manchmal süße Mohnbrötchen anstelle der Bambushkas.

Was übrig bleibt, ißt Lennart.

Ein „Spaßiba“ an die Köchin und dann ab nachhause, mit kurzem halt am Laden, kurz W-Lan, kurz Nachrichten beantworten, kurz schauen, ob es morgen wieder so heiß wird.

I smell fresh paint and cabbage. At first I thought that the cabbage-smell from the капуста-bun is still hovering around me. I had it earlier today at the „Magazin Mixed“. The shop lady and the owners already know me. 

The smell of the paint comes from practically everything inside the building. A couple of women are preparing the school for the approaching start of the new school year. Hardly any piece of furniture has been spared. The little chairs and tables in the classroom we use as an office for the evenings have a shiny new coat of chalky mint green. Baseboards and stair flights glow light brown in the sunlight. The benches on the schoolyard proudly present their light grey, same as every year, I suppose. 

It’s nice how they make the school pretty for the new year and the new pupils. We think, that it’s already quite beautiful and that we would have liked going to this school as kids. 

It is very silent. When we arrive at 3 pm after a day on the vast field, it feels nice to enter the schoolyard. The white buildings embrace you as you walk in the shadow of the calm spruce trees. When we enter the festivity hall it gets even darker and calmer. Time to slow down.

That hall is where the cabbage-smell is coming from. It mixes with the smell of the varnish. I’m getting hungry and look forward to the cabbage.

The first week was dominated by different variants of „Kasha“, like for example „Gretshka“. Accompanied by either chicken or „Sardelka“, a soft sausage. It took some time for the cook to understand that the vegetarians really don’t want to eat any meat. So we took the leftover meat to Jon and Sasha, our cat and dog.

The beverages vary between „Kompott“, either cherry or pear or warm milk with sugar, sometimes hot chocolate. On hot days there’s tomato salad. David then makes „Pa amb tomagàt“, catalunyan tomato bread. He rubs the tomato onto the bread until it’s soaked. If availlable, add oil, salt and garlic and eventually independence.

The big milk buns are called „Bambushka“ according to Stas. After the meal they’re just to much. So we take them home and enjoy them on the field in the next morning. 

Any leftovers are eaten by Lennard.

„Spaßiba“ to the woman who cooks for us, then we go home. Not without stopping at the shop for checking messages and the weather forecast to see if tomorrow will be as hot as today.

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